Pommes sollen es werden, da waren sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a schnell einig. Aber bis dahin war es ein langer Weg.
Der Plan wurde schon Ende März gemeinsam entwickelt. Vier Hochbeete des Schulgartens sollten mit Pflanzkartoffeln bestückt werden. Dafür mussten zunächst das Unkraut und Reste alter Pflanzaktionen beseitigt werden, was die Kinder eifrig umsetzten. Mit Hilfe der Gärtner der Samtgemeinde wurde etwas frische Erde aufgefüllt, so dass die Beete Anfang April pflanzbereit waren.
Jedes Kind erhielt seine eigene Kartoffel, die zunächst gewogen wurde und für die die Anzahl der Keime gezählt wurde. Die kleinste Kartoffel wog nur 33 Gramm, hatte aber dennoch sieben Keime. An der mit 111 Gramm schwersten Kartoffel wurden 25 Keime gezählt. Jedes Kind pflanzte seine Kartoffel in eines der vier Beete ein und versah sie mit seinem Namensschild. Nun wurde fleißig gegossen und – siehe da – schon nach 14 Tagen zeigten sich die ersten kleinen Blattrosetten. Das Erstaunen war groß, dass ausgerechnet eine der kleinsten Kartoffeln, die beim Pflanzen nur einen einzigen Keim gezeigt hatte, bei den ersten war, die ihre Blätter nach oben schoben.
Sorgfältig wurde Woche für Woche das Wachstum betrachtet. Im Unterricht wurden die Geschichte der Kartoffel, der Kartoffelanbau früher und heute und das Wachstum von der Knolle bis zur Pflanze behandelt. Ausgehend von der großen Hungersnot in Irland vor fast 200 Jahren haben sich die Schülerinnen und Schüler mit der Kartoffelfäule und mit dem Kartoffelkäfer beschäftigt und dabei gelernt, dass damals durch den Ausfall der Kartoffelernte viele Menschen nichts zu essen hatten. Schließlich ging es noch um die Inhaltsstoffe der Kartoffeln – insbesondere um die Kartoffelstärke.
Unsere Pflanzen im Schulgarten wurden zum Glück von Schädlingen und Krankheiten verschont, so dass wir jetzt noch vor Beginn der Sommerferien die Ernte planen können. Dafür will sich die Klasse gemeinsam mit der Klassenlehrerin und der Sachkundelehrerin einen Schulvormittag Zeit nehmen. Dann soll die Ernte aus der Erde geholt und gewogen werden. Anschließend ist ein gemeinsamer Ausflug zu einem Siedenburger Imbiss geplant, wo aus den Kartoffeln dann endlich Pommes hergestellt werden sollen.